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Georg Hornemann

Friedrich Georg Hornemann ( * unbek., † 1786 in Hildesheim), Pastor an der Andreaskirche und Lehrer am Andreanum in Hildesheim, Vater des Afrikareisenden Friedrich Konrad Hornemann.


Ein erster dokumentarischer Nachweis zu Georg Hornemann findet sich in der Matrikel der Georgia Augusta Göttingen des Jahres 1748. Seine Immatrikulation erfolgte durch Prorector Friedrich Ludwig Böhmer unter Nr. 126 mit dem Eintrag "Frid. Georg Hornemann, Hilde., Sanctioris disciplinae cult., Okt. 24". [1]
[1]  SELLE (Hrsg.): Die Matrikel der Georgia-Augusta-Universität zu Göttingen 1734 - 1837. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hannover ..., Bd. 9, Hildesheim, Leipzig 1937.
Da der Familienname Hornemann in Kämmereirechnungen und Personenregistern der Stadt Hildesheim seit Anfang des 16. Jahrhunderts mehrfach auftaucht, darf davon ausgegangen werden, daß Friedrich Georg Hornemann seine Jugendjahre in der Region Hildesheim erlebte. Aus dem nordöstlichen Deutschland und besonders aus Dänemark ist der Familienname allerdings ebenfalls bekannt.

Seit 1753 predigt Fr. Georg Hornemann als zweiter Pastor in der ev.-luth. Stadtpfarrkirche St. Andreas zu Hildesheim. Zugleich ist er Lehrer am Andreanum, einer Schule, die damals bereits auf eine fünfhundertjährige Geschichte zurückblicken konnte und seit der Reformation, neben dem Unterricht in den Basisfächern, ihren Schülern die Vorbereitung auf ein Studium ermöglichte.

Im Juli 1765 ließ sich Fr. Georg H. "Pastor zu Sankt Andreas, hieselbst, mit Jungfer Catharine Dorethea Juliana Cromen, des Herrn Friedrich Andreas Cromen, hochfürstlich-hochstift-hildesheimischen Consistorialraths und General-Superintendent in Alfeld eheleiblicher junfer Tochter proclamieren". [2] Die Trauung fand im Heimatort der Braut, Alfeld, in der Nicolaikirche zu  statt.
Andreanum Portal von 1662
Andreanum, Portal
Turm St. Andreas Nordseite
St. Andreas


Aus der Ehe mit Catharina Crome (* 1745, † 1800) gingen fünf Kinder hervor: 1767 Sophia Christina, 1770 Charlotte Elisabeth Friederica, 1772 Friedrich Konrad, 1774 Christian Ludowig und 1782 ein Nachkömmling, der am Heiligen Abend des selben Jahres starb. Nicht alle Kinder wurden in Hildesheim getauft, denn Christian Ludowigs Geburt geschah während einer Reise von Hildesheim nach Alfeld. [3]

[2] und [3] Kirchenbuch St. Andreas 1756-1808, Hs. im Archiv des Kirchenbuchamtes des Ev.-luth. Krichenkreises Hildesheim-Sarstedt in Hildesheim


Als junger Pastor und Lehrer befaßte sich Hornemann unter anderem mit der Biographie und den Schriften des Erzbischofs von York Sir William Dawes (* 1671, † 1724). Er übersetzte dazu englische Texte ins Deutsche und veröffentlichte sie. Während dieser Zeit unterrichtete auch Hornemanns Schwager, Ludwig Gottlieb Crome (*1747, † 1794) am Andreanum. Aussichten auf beruflichen Aufstieg veranlaßten ihn allerdings Hildesheim zu verlassen.


Hornemann wurde 1771 zum Ratsprediger ernannt und stieg im folgenden Jahr zum Ersten Pastor der Andreaskirche auf. Seine gesellschaftliche Stellung mag sich dadurch ein wenig verbessert haben; die wirtschaftliche Lage seiner Familie blieb auf einem bescheidenem Niveau.

In der Liste der Pfarrstellen der Andreaskirche ist Hornemann nur bis zum Jahre 1786 aufgeführt, und zwar als "senior ministeri". Wahrscheinlich endeten seine Amtstätigkeiten zu dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen, denn er starb am 10. Februar des folgenden Jahres in seiner Wohnung in der Schmiederstraße (heute Schuhstraße) in Hildesheim. Seine Beisetzung erfolgte vier Tage später innerhalb der Andreaskirche (Grabstelle 74).


Über das Schiksal seiner Witwe († 1800) und seiner Kinder, mit Ausnahme des Afrikaforschers Friedrich Konrad (* 1772, † 1801), ist wenig bekannt. Ein notarielles Schreiben vom 1803 belegt, daß die eine Tochter in Einbeck, die andere in Gestdorf bei Stade, beide offenbar unverheiratet, und der jüngste Sohn in Bremen wohnten.



 

Literatur:
Rolf Schulte: Hornemann, Friedrich Georg, In: Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon, Bd. 22, Nordhausen (Traugott Bautz) 2003, Sp. 571-573

 

http://www.bautz.de

 


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